Kurier-Journal

Ein großes Versprechen

Belgienpremiere im Kino Scala

Büllingen. – Für viele Menschen stellt sich irgendwann die Frage, wie sie mit dem Älterwerden umgehen. Wie reagiert man, wenn sich der Radius verkleinert? Wenn der eigene Zustand zerbrechlich wird?a

Der Film „Ein großes Versprechen“ erzählt davon auf sehr berührende Weise.

Für Juditha (Dagmar Manzel) und Erik (Rolf Lassgård) soll eigentlich eine besonders schöne Phase beginnen. Als er in Rente geht, hofft sie auf mehr gemeinsame Zeit. „In vier Wochen bist du offiziell ein alter Mann“, sagt sie. Die beiden liegen im Bett und berühren einander. „Hey“, entgegnet er, „ein Rentner ist doch nicht automatisch ein alter Mann.“ Doch, sagt sie, das könne man jetzt nicht mehr so voneinander trennen. Dabei zeigt sich bald, dass es Juditha sein wird, deren Zustand sich verschlechtert. Sie lebt mit Multipler Sklerose.

Regisseurin Wendla Nölle hat bisher Dokumentarfilme gedreht und legt nun ihren ersten langen Spielfilm vor, der gleichermaßen schonungslos wie berührend ist.

In anderthalb Stunden erzählt sie die Geschichte zweier Menschen, deren Lebenswelt plötzlich auseinander driftet.

Während Erik im Alter noch über ein Studium und neue Projekte nachdenkt, kann Juditha kaum noch aufstehen. Dabei ist es den beiden Hauptdarstellern zu verdanken, dass der Film ungemein körperlich wirkt.

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