Kurier-Journal

Die Weltreligionen und der Friede

Pfarrbibliotheken St. Nikolaus und St. Josef

Eupen.– Auch ein oberflächlicher Blick auf unsere Welt genügt, um festzustellen, dass in den zahlreichen kriegerischen Konflikten, den plötzlichen Gewaltausbrüchen, Attentaten, beim Cybermobbing usw. Religion nicht selten vorder- oder hintergründig eine Rolle spielt. Als Beispiel wird dabei heute fast reflexartig der Islam genannt. Aber, man darf nicht übersehen, dass auch Gewalt und Zerstörung im Namen des Christentums eine lange Geschichte haben: Kreuzzüge, Inquisition, Religionskriege, Judenpogrome, die Liste ist lang und könnte problemlos fortgesetzt werden. Dabei blenden Religionskritiker allerdings zu schnell aus, dass die Geschichte nicht religiös motivierter Gewaltausbrüche und Grausamkeiten ebenfalls sehr beeindruckend ist: das Massaker der Armenier durch die Türken 1915, das Abschlachten hunderttausender Chinesen durch Japaner 1937 in Nanking, der Genozid in Ruanda, der eine Million Menschenleben forderte, der monströse Holocaust der Nazis an den Juden, die von den Kommunisten in China und Sowjetrussland verübten Massenmorde. Auch hier fehlt es nicht an fürchterlichen Beispielen. Eine genauere Betrachtung fördert zudem sehr schnell eine wichtige Erkenntnisse zutage: nicht alle als religiös beschriebene Konflikte haben die Religion auch als treibende Kraft. Heute betrachten sich zwischen 6 und 7 Milliarden Menschen auf unserem Planeten als Angehörige einer Religion. Will man an einer friedvolleren Welt bauen, kann man diese Tatsache nicht wegdiskutieren. Die Religion wird auf Dauer ebenso wenig verschwinden wie der Atheismus. Sich aneinander abzuarbeiten, ergibt jedoch nicht wirklich Sinn. Nur der respektvolle Umgang miteinander, der gute Wille aller und der permanente Dialog können die Menschheit dauerhaft einem friedlichen Miteinander näherbringen.

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