Kurier-Journal

Wenn die Leidenschaft Farbe bekommt

Christian und Laetitia Laboureur zeigen mit neun Schülern über 100 Werke im Hof Bütgenbach

(Fortsetzung von Seite 1)

Bütgenbach. – Kräftige, aufeinander abgestimmte Farben treffen auf weiche Linien, geometrische und unregelmäßige Formen. Die Bilder wirken symbolreich und offen zugleich: Sie erzählen von Gefühlen und Erfahrungen, ohne ihre Betrachtenden auf eine einzige Deutung festzulegen. „Ich habe keine Idee im Kopf, wenn ich anfange. Ich lege einfach los, und dann ergibt sich der nächste Strich aus dem, was schon da ist“, sagt die Künstlerin. Gerade dieser intuitive Arbeitsprozess lässt Raum für Überraschungen – für sie selbst ebenso wie für das Publikum. Ihre Werke laden dazu ein, länger zu verweilen und sich zu fragen, welche Gedanken oder Empfindungen die Farben und Formen auslösen.

Für Gerd Oly aus St.Vith ist die Ausstellung ein besonderer Schritt: Er zeigt erstmals mehrere seiner Werke öffentlich. Seit einem Jahr besucht der pensionierte Musiklehrer den Malkurs.

Nach dem Berufsleben wollte er der künstlerischen Seite, für die zuvor wenig Zeit geblieben war, mehr Raum geben. Malen bedeutet für ihn auch, das Sehen neu zu lernen – in einer Welt, in der Bilder ständig um Aufmerksamkeit konkurrieren.

„Ich erfreue mich am Anblick meines Bilds. Das ist schon Grund genug, es zu malen“, erzählt Gerd Oly. Die Freude am eigenen Schaffen und die Auseinandersetzung mit Technik und Ausdruck gehören für ihn zusammen. Mit Spannung und “Geduld” wartet er auf die Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher.

Doris Nelles aus St.Vith beschreibt das Malen als beruhigend. Beatrice Jamar ebenfalls aus St.Vith, wiederum erlebt es als Inspirationsquelle und als Möglichkeit, im Alltag abzuschalten. Die unterschiedlichen Aussagen machen deutlich, dass der Kurs nicht allein technische Fähigkeiten vermittelt: Er schafft ebenso einen Ort für Konzentration, Austausch und persönliche Entfaltung.

Zu den Schülern von Christian Laboureur gehört seit zwei Jahren auch Theo Boemer aus Weywertz. Seine beeindruckenden Werke zeugen von großer Kreativität und lassen aufhorchen.

Sie unterstreichen, welches Potenzial entstehen kann, wenn Menschen ermutigt werden, ihre Ideen und ihren persönlichen Blick auf die Welt mit Pinsel und Farbe auszudrücken.

So ist die Ausstellung mehr als eine Präsentation einzelner Bilder. Sie erzählt von einem erfahrenen Künstler, der seine Begeisterung weitergibt, von einer Künstlerin mit unverwechselbarer abstrakter Bildsprache und von Menschen, die das Malen für sich entdeckt haben. Wer durch die Räume des Hofes geht, begegnet Landschaften und Gefühlen, aber auch dem Mut, etwas Eigenes sichtbar zu machen.

Die Ausstellung findet mit Unterstützung der Gemeinde Bütgenbach statt und ist noch bis zum 15. November 2026, täglich von 14 bis 18 Uhr, im Hof Bütgenbach geöffnet. Der Eintritt ist frei.

(Quelle: GrenzEcho)

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