Ann-Sophie Theissen und Katrin Simons sammeln Spenden für den Palliativpflegeverband Ostbelgien
(Fortsetzung von Seite 1)
Iveldingen. – Die ruhige, eindringliche Melodie und der kraftvolle Refrain erfüllten den Kirchenraum und luden zum Innehalten ein. So wurde spürbar, wie Musik Hoffnung schenken und Menschen bewegen kann. Es folgten Herbert Grönemeyers „Der Weg“ und „In meiner Erinnerung“ von Silbermond – Lieder über Verbundenheit, Verlust und das Weiterleben eines Menschen in den Erinnerungen der Hinterbliebenen.
Anschließend öffneten die beiden einen Moment der Stille und Besinnung und erinnerten mit einer hoffnungsvollen Botschaft an die Kraft des Vertrauens – auch in schwierigen Zeiten. Auf eine instrumentale Fassung von „Von guten Mächten“ folgte Schuberts „Ave Maria“.
Mit Leonard Cohens „Hallelujah“ spannte sich der Bogen vom stillen Gebet zu einer Hymne, die Jubel und gebrochenes Herz gleichermaßen kennt.
Dass der Abend nicht bei der Trauer verharren sollte, machten die Künstlerinnen im weiteren Verlauf deutlich. „Einmal sehen wir uns wieder“ von Andreas Gabalier nahm den Gedanken an ein Wiedersehen auf – für viele Trauernde eine tröstliche Vorstellung und ein Ausdruck der Hoffnung, dass Liebe über den Abschied hinaus Bestand hat. Sarah Connors „Das Leben ist schön“ erinnerte daran, dass das Leben trotz seiner schweren Seiten kostbare Momente bereithält. „Silent Smile“ stand für ein stilles Lächeln und den allmählich wiederkehrenden Raum für schöne Erinnerungen und Zuversicht.
Die letzten drei Stücke zeichneten den Weg von Schmerz und Sehnsucht hin zu Hoffnung und Licht nach. Coldplays „Fix You“ erzählte davon, einen Menschen aufzufangen und ihm in schwierigen Zeiten beizustehen. Mit „Somewhere Over the Rainbow“ ging es an einen Ort, an dem die Welt wieder heller und leichter erscheint. Den Abschluss bildete „Here Comes the Sun“ von den Beatles – eine musikalische Botschaft, mit der die beiden ihr Publikum nach Hause schicken wollten: Trauer darf sein, Erinnerungen dürfen bleiben, und neben dem Abschied gibt es Hoffnung, Begegnung und neue Lichtblicke. Die Zuhörer wollten die Künstlerinnen jedoch noch nicht gehen lassen. Mit stehenden Ovationen erklatschten sie sich eine Zugabe: „Yellow“ von Coldplay.
Im Anschluss erläuterten Petra Plumacher aus Malmedy, Geschäftsführerin des Palliativpflegeverbands Ostbelgien, und die Krankenpflegerin Doris Pirard aus Eupen, wofür die Spendengelder eingesetzt werden. Sie helfen dabei, medizinische Hilfsmittel anzuschaffen, die schwerkranken Menschen zugutekommen, die vom Palliativteam begleitet werden. Dazu zählen etwa Antidekubitusmatratzen, die Wundliegen verhindern und den Komfort der Patienten verbessern sollen, sowie Medikamentenpumpen für eine wirksame Schmerzlinderung. Auch Sitzkissen und Pflegematerial, etwa für die Mundpflege, stellt der Verband bei Bedarf unkompliziert und kostenlos zur Verfügung.
Dank des Engagements von Ann-Sophie Theissen und Katrin Simons sowie der Spenden könne der Verband seine Unterstützung weiterhin schnell und dort anbieten, wo sie am dringendsten gebraucht werde, betonten die Vertreterinnen des Palliativverbandes, die den Initiatorinnen des Konzertes für ihren Einsatz dankten. Sich in dieser Form für Menschen in ihrer letzten Lebensphase und deren Angehörige einzusetzen, sei „alles andere als selbstverständlich“.
Das Konzert sei ein wertvolles Zeichen der Solidarität und Menschlichkeit gewesen.
Die Musik lud dazu ein, Abschied und Trauer nicht auszublenden, sondern ihnen Raum zu geben – und zugleich auf Trost und Hoffnung zu vertrauen. Auch der Glaube klang in den ausgewählten Werken mit: als Halt in schweren Zeiten und als Vertrauen darauf, dass Menschen auf ihrem Weg nicht allein sind. So wurde das Konzert zu einem bewegenden Zeichen der Verbundenheit. Die Spenden für den Palliativpflegeverband Ostbelgien tragen diese Verbundenheit über den Konzertabend hinaus weiter und unterstützen Menschen, die schwer erkrankt sind, sowie ihre Angehörigen.
(Quelle: GrenzEcho)

