Markt der Lehrberufe „After School“ im Triangel St.Vith
(Fortsetzung von Seite 1)
St.Vith. – Yannick Fischer wurde beim Markt der Lehrberufe „After School“ als gutes Beispiel präsentiert, wie es auch ohne Studium geht: „Meine Eltern haben beide studiert, so war es eigentlich klar, dass auch die Kinder studieren gehen. Im Endeffekt habe ich das Gegenteil bewiesen“, blickt er zurück. „Vor fünf Jahren stand ich vor der Wahl. Durch den Garten- und Landschaftsbau bin ich damals von einem schlechten zu einem guten Schüler geworden.“
Die Schnupperwochen erachten die drei Gesprächspartner als wichtiges Instrument: „Selbst, wenn das Schnuppern nicht wie erwartet verläuft, steht am Ende zumindest diese Erkenntnis“, findet Olrik Müller. Und Yannick Fischer ergänzt: „Traut euch einfach, in verschiedene Betriebe hineinzuschauen und sie anzusprechen.“
Gesagt, getan: An den verschiedenen Ständen entstanden angeregte Gespräche und die ersten Übereinkünfte wurden getroffen. „Wir arbeiten in der Regel direkt mit den Schulen zusammen. Bei einer solchen Messe sind wir zum ersten Mal vertreten. Wir haben gute Kontakte geknüpft und es haben sich auch Jugendliche für die Schnuppertage gemeldet“, erzählt Kim Ohles, Geschäftsführer der Sanitärfirma Diritherm.
Auch Mireille Huppertz von Stahl- und Apparatebau Huppertz freut sich über Anmeldungen: „Wir hoffen natürlich, dass sich im Anschluss junge Menschen für eine Lehre entscheiden.“
David Murges von Agrartechnik Thomas und Pierre Benker von der Werbeagentur Indigo machen dieselbe Feststellung: „Früher standen die Interessenten quasi Schlange. Das ist in den letzten Jahren deutlich weniger geworden.“
Seit der Betriebsübernahme hat David Murges einige Lehrlinge ausbilden dürfen: „Wir haben immer viel Spaß zusammen. Es ist ein besonders abwechslungsreicher Beruf: Wo sonst, kann man in einer Werkstatt an neuen und bis zu 70 Jahre alten Maschinen arbeiten?“
Diese Abwechslung hebt auch Yves Mreyen von Heck Versicherungen hervor: „Ich mache den Job schon seit meiner Ausbildung vor 20 Jahren: Jeden Tag steht etwas anderes an. Es ist kein langweiliger Bürojob, weil man auch zu den Kunden geht.“
Inmitten der einzelnen Betriebe rührte Gerd Brüls vom Landwirtschaftlichen Schulungszentrum (LSZ) die Werbetrommel für die landwirtschaftlichen Berufe: „Es gibt viele Möglichkeiten. Dafür ist sogar kein eigener Hof vonnöten: Größere Betriebe benötigen Mitarbeiter und es gibt auch Stellen in den Verbänden, Banken usw.“
Am Ende des Abends wurde vor allem eines deutlich: Der persönliche Austausch bleibt ein zentraler Bestandteil bei der Berufsorientierung. Das neue Format bot dafür einen anderen Rahmen als üblich.
(Quelle: GrenzEcho)

