Pfarrbibliotheken St. Nikolaus und St. Josef
Eupen. – Khader stammt aus Palästina, wo er im Februar 1944 in einem mehrheitlich christlichen Ort geboren wurde. 1965 kam er nach Belgien und studierte Politik- sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften am französischsprachigen Flügel der katholischen Universität Löwen. Es folgten ein Forschungsauftrag in einem italienischen Institut der John-Hopkins-Universität, die Promotion und eine mehrjährige Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Löwen.
Hier hatte er von 1974 bis 2010 einen Lehrstuhl inne und leitete das von ihm gegründeten Forschungs- und Studienzentrum zur neueren Geschichte der arabischen Welt. Ohne seine palästinensische Identität zu verleugnen, trat er stets für einen respektvollen Dialog zwischen Palästinensern und Israelis ein. Im „arabischen Frühling“, über den er seinerzeit auch in der Eupener Pfarrbibliothek St. Nikolaus referierte, sah er eine historische Chance auf diesem epochalen Weg voranzukommen.
Bis heute ist Khader ein weltweit geschätzter und gehörter Vortragsredner und Berater in Sachen Nahost. Den Überfall der Hamas auf israelische Jugendliche am 7. Oktober 2023 verurteilte er ohne Wenn und Aber. Die immer mehr eskalierende israelische Reaktion darauf betrachtet er als maßlos. Deutlich bekannte er sich zur Sache der Palästinenser, in der man „nicht neutral“ sein könne. So wie er sich in der Zeit des Nationalsozialismus an der Seite der Juden gestellt hätte, so bekenne er sich heute zum Kampf seiner seit Jahrzehnten unterdrückten und geknechteten Landsleute gegen die völlig aus dem Ruder laufende israelische Besatzungsmacht.

