Kurier-Journal

Zeigen, was man kann – das KomAn-Zertifikat macht‘s möglich

Perspektive für Menschen ohne Berufsabschluss

Ostbelgien. – Menschen ohne Berufsabschluss haben deutlich weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt als diplomierte Fachkräfte. Das im Auftrag der Regierung 2019 gestartete Projekt KomAn möchte das verändern: Wer kein Diplom aber Berufserfahrung in einem Ausbildungsberuf hat, kann diese Fähigkeiten bescheinigen lassen. Der Name KomAn steht dabei nicht nur für „Kompetenzanerkennung“, sondern auch für „Ankommen im Beruf“ oder „Ankommen in Ostbelgien“. Die Teilnahme ist kostenlos.

Wie läuft KomAn ab?

Die Teilnehmenden machen eine praktische Prüfung im Zentrum für Aus- und Weiterbildung im Mittelstand in St.Vith oder Eupen. Bei bestandener Prüfung erhalten sie kein Gesellenzeugnis, dafür aber eine offizielle Bescheinigung zum Nachweis ihrer beruflichen Kompetenzen, die ihnen auf dem Arbeitsmarkt neue Türen öffnen kann.

Voraussetzungen

für KomAn im Überblick

• mindestens 25 Jahre alt sein

• Erfahrung in einem der rund 40 Ausbildungsberufe, für die es in der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine duale Ausbildung gibt

• in Ostbelgien leben oder hier arbeiten wollen

• Deutsch sprechen und verstehen

Anmeldeschluss 1. Dezember

Der erste Schritt zur Teilnahme ist ein Informationsgespräch bei der Weiterbildungsberatung im Ministerium. Anmeldefrist für die nächste KomAn-Runde ist der 1. Dezember 2022. Weitere Infos auf ostbelgienbildung.be/KomAn oder im Ministerium: Tel. (kostenlos): +32 (0)800/92187 – (aus dem Ausland): +32 (0)87/78 96 50, zukunftswege-gestalten@dgov.be.

Fachkräftequalifizierung –

interessant für Arbeitnehmer

und Arbeitgeber

Für Arbeitnehmer bietet das Projekt vielfältige Chancen: Arbeitsplatzwechsel, weiterführende Qualifizierung und damit verbundene Aufstiegsmöglichkeiten. Das zeigt das Beispiel von Cristian Bogdan Zabara (35), erster Absolvent von KomAn als Anstreicher und Tapezierer im Jahr 2021. Im Anschluss an KomAn fasste er den Mut, sich zum Meisterkurs anzumelden. 2022 absolvierte er erfolgreich das 1. Meisterjahr. Wenn er die Meisterprüfung besteht, kann er selbst ausbilden und Führungskraft werden. „Und das ist auch der interessante Aspekt für Arbeitgeber“, sagt Projektleiterin Christina Schimanski vom Ministerium: „In Zeiten des Fachkräftemangels können sich „Ungelernte“ zu Fachkräften und im Einzelfall sogar zu Führungskräften weiterentwickeln.“

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