Kurier-Journal

Pastor Günter Weinand freut sich auf neue Aufgaben

Pfarre Stavelot-Francorchamps

(Fortsetzung von Seite 1)

Die Ministrantenkommission (Minikom) sei in Amel sehr gut aufgestellt und beeindrucke zudem jedes Jahr mit der Sternsingeraktion. Hier liegt Amel seit Jahren an der Spitze in Ostbelgien. „Da werden mir eine Reihe kleiner und großer Leute sehr fehlen“, bedauert Günter Weinand. Ebenso gebe es seitens der Kirchenfabriken noch manches Projekt, das zwar geplant sei, aber erst in den kommenden Monaten oder Jahren zur Ausführung gelangen werde. „Es fällt schwer loszulassen, was noch nicht vollendet ist. Was der eine sät, wird ein anderer hoffentlich ernten.“

Die traurigsten Erlebnisse aus seiner Zeit in Amel waren ohne Zweifel die Verkehrsunfälle, bei denen zweimal zwei junge Menschen ihr Leben verloren haben.

„Das waren schreckliche Tiefpunkte in meinem Leben, und ich war froh, wenn es einen Sommer ohne solche schlimmen Ereignisse gab.“

Es ist ihm nicht immer alles gelungen, was er sich vorgenommen hat, blickt er auf die vergangenen Jahre zurück. Manche Menschen seien doch arg pessimistisch, was die Zukunftsaussichten gerade in den Pfarren betrifft. „Wenn ich das genauso sehen würde, denke ich, könnte ich als Pastor einpacken.“

Für die letzten Wochen nimmt sich Günter Weinand vor, aufzuräumen, loszulassen, Abschied zu nehmen und dabei viel Dankbarkeit zu hinterlassen. „Ich möchte Pastor Johannes möglichst viel Gutes übergeben und bei allem mich selber nicht zu wichtig nehmen.“ Abschließend möchte er den Christen in Amel noch folgendes mitgeben: „Verliert nicht Euren Humor. Macht weiter und setzt Euch für Euren Glauben ein. Und wenn Pastor Johannes Euch für die Weltkirche, insbesondere für Afrika öffnen möchte, dann schaut über Euren Kirchturm hinaus.“

Am Sonntag, 21. August, findet um 14.30 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes mit anschließendem Empfang in Amel die Verabschiedung auf Ebene des Pfarrverbandes statt.

ZUR PERSON

Geboren wurde Günter Weinand am 17. Juli 1969 in St.Vith, wo er als erstes von drei Kindern der Eheleute Josef Weinand aus Breitfeld und Martha Solheid aus Born in einer landwirtschaftlich geprägten Familie geboren wurde. Nach der Primarschule in Wiesenbach und dem sechsten Primarschuljahr an der Bischöflichen Schule St.Vith folgten sechs weitere Jahre an dieser Schule in der Abteilung Latein, moderne Sprachen und Geschichte. Das Abitur mit dem Reifezeugnis machte er am 30. Juni 1987.

„Als Kind habe ich mich immer schon für Glaube und Kirche interessiert. Ich nahm mit Begeisterung an den Gottesdiensten in der Kapelle Wiesenbach teil”, erzählt Günter Weinand. In den Osterferien 1987 hat er einen Brief an den Lütticher Bischof geschrieben mit der Bitte um Aufnahme im Priesterseminar. Nach dem zweijährigen Studium der Philosophie in Namur folgte eine einjährige Militärdienstzeit als Sanitäter bei den Ardennenjägern in Vielsalm.

Am 19. Juni 1994 wurde Günter Weinand, zusammen mit Peter Dries aus Möderscheid und drei weiteren französischsprachigen Seminaristen, von Bischof Albert Houssiau in der Lütticher St. Pauls-Kathedrale zum Priester geweiht, nachdem er ein Praktikumsjahr unter Pfarrer Leopold Rixen in den Pfarren Gemmenich und Sippenaeken absolviert und im Januar 1994 in Amel die Diakonweihe empfangen hatte.

Nach der Priesterweihe wurde Günter Weinand Kaplan in Malmedy, eine Aufgabe, die er von Juli 1994 bis August 2000 unter Dechant Joseph Baltus ausgeübt hat. Es folgte von September bis Dezember 2000 eine dreimonatige Weiterbildung in Pastoraltheologie am Institut Lumen Vitae in Brüssel.

Alsdann war Günter Weinand von Januar 2001 bis August 2009 Pfarrer in Baelen-Welkenraedt. Dazu gehörten auch die Pfarren Membach und Henri-Chapelle.

Im Jahre 2009 bot sich ein Wechsel an, so dass er seine Schritte nach Kelmis lenkte. Während der Krankheit von Pastor Willi Lenssen hat er in Hergenrath ausgeholfen und mit der Zeit unter Pastor Erich Altdorf auch in Kelmis.

s Von 2010 bis 2012 konnte er seinem Wunsch entsprechend ein Masterstudium in Theologie an der Katholischen Universität Neu-Löwen nachholen und dies mit 43 Jahren erfolgreich abschließen.

Anfang Oktober 2012 wurde Günter Weinand als Pastor des Pfarrverbandes Amel eingeführt, nachdem er im September Abschied von Kelmis und Hergenrath genommen hatte. „Ich bin gerne an einem Ort, aber ich kann mich auch auf Neues einlassen.“ Dies hatte der Regens des Priesterseminars, Joseph Cassart, den Priesteranwärtern ins Herz geschrieben: „Wir sollten so leben, als würden wir immer in dieser Pfarre tätig sein, und gleichzeitig immer bereit sein, morgen die Zelte abzubrechen.“ Während drei Jahren hat er auch die französischsprachige afrikanische Gemeinde von Aachen seelsorglich betreut.

(Quelle: GrenzEcho)

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